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Küstenfischerei in Mecklenburg-Vorpommern ins bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen

Würdigung in Schwerin und Ankündigung eines eigenen Verzeichnisses für das Land

Von Landesredaktion MV

Die traditionelle kleine Küstenfischerei an der Ostseeküste und in den Boddengewässern Mecklenburg-Vorpommerns ist in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Das teilte das Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten mit.

Bei einer Festveranstaltung in Schwerin nahmen fünf Trägergruppen ihre Urkunden von der Deutschen UNESCO-Kommission entgegen. Neben der kleinen Küstenfischerei wurden auch die Bolzplatzkultur, das Herrenschneiderhandwerk, die Schaustellerkultur auf Volksfesten in Deutschland und die Martinstradition im Rheinland offiziell als Immaterielles Kulturerbe aufgenommen.

Ministerin gratuliert fünf Trägergruppen

Kulturministerin Bettina Martin gratulierte den fünf Trägergruppen zur Aufnahme. Nach ihren Angaben steht die Auszeichnung für die Wertschätzung lebendiger Traditionen und über Generationen weitergegebener Kenntnisse und Fähigkeiten. Dazu zählten Bräuche ebenso wie Tänze, Feste, Musik, Handwerkskunst oder Geschichten.

Martin dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Deutschen UNESCO-Kommission sowie allen, die sich für die Bewahrung des kulturellen Erbes engagieren. Besonders hob sie den Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern hervor, der sich nach ihren Worten im Land unermüdlich für das Immaterielle Kulturerbe einsetzt.

Eigenes Verzeichnis für Mecklenburg-Vorpommern geplant

Die Ministerin verwies zudem auf ein Konzept der Landesregierung, mit dem die Sichtbarkeit und Förderung des Immateriellen Kulturerbes in Mecklenburg-Vorpommern verbessert werden soll. Das Konzept wurde vor wenigen Wochen im Kulturministerium erstellt, im Kabinett beschlossen und im Juni 2026 vom Landtag bestätigt.

Ziel ist ein eigenes Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes für Mecklenburg-Vorpommern. Nach Angaben des Ministeriums soll damit stärker auf die immateriellen Kulturschätze des Landes hingewiesen werden, um sie sichtbarer und zugänglicher zu machen.

Nun 13 Traditionen aus Mecklenburg-Vorpommern im Verzeichnis

Mit der jetzt aufgenommenen kleinen traditionellen Küstenfischerei gehören aus Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 13 Traditionen zum Immateriellen Kulturerbe. Dazu zählen:

  • das Niederdeutsche Theater,
  • das Barther Kinderfest,
  • der Brauch des Martensmanns,
  • das Tonnenabschlagen auf Fischland und Darß,
  • das Malchower Volksfest,
  • die Gestaltung und traditionell handwerkliche Fertigung der Vorpommerschen Fischerteppiche,
  • das Segeln und Bewahren der Zeesboote in der Vorpommerschen Boddenlandschaft,
  • die traditionelle kunsthandwerkliche Herstellung der Darßer Türen,
  • das Köhlerhandwerk und die Teerschwelerei,
  • die Vielfalt des Sagenerzählens,
  • das Spiel auf der diatonischen Handharmonika,
  • das Handwerk der Reetdachdeckerei
  • sowie die traditionelle kleine Küstenfischerei an der Ostseeküste und in den Boddengewässern Mecklenburg-Vorpommerns.

Besondere Bedeutung der Küstenfischerei

Nach Angaben von Martin hat die kleine Küstenfischerei für Mecklenburg-Vorpommern eine besondere Bedeutung. Fischerei und Fischwirtschaft prägten gemeinsam mit anderen maritimen Wirtschaftszweigen das Land und das Selbstverständnis seiner Bewohnerinnen und Bewohner. Die Tradition gelte es zu bewahren, zu schützen und für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen.

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